Home
Shop

19. Jahrhundert

1845: neue Mode in der Welt der Schokolade

Eine kleine Konditorei an der Marktgasse in der Altstadt von Zürich im Jahre 1845. Der Konditor David Sprüngli-Schwarz und sein 29-jähriger Sohn Rudolf Sprüngli-Ammann, ebenfalls gelernter Konditor, wagen etwas Neues: Sie beschliessen, Schokolade herzustellen. Und zwar nach der aus Italien kommenden neuen Mode in fester Form, wie es François-Louis Cailler in Vevey und Philippe Suchard in Neuenburg bereits taten.

Bis zu diesem Zeitpunkt kannte man Schokolade fast nur als Getränk! Die neue Schleckerei fand offenbar rasch Zuspruch bei der feinen Zürcher Gesellschaft, die Schokoladefabrikation musste schon nach 2 Jahren verlagert werden -  aus der engen Backstube in Zürich in eine kleine Fabrik mit Wasseranschluß in Horgen am oberen Zürichsee. Dort wurden bereits bis zu zehn Arbeiter beschäftigt.

 

1859: neue Confiserie in Zürich am Paradeplatz

1859 eröffneten Vater und Sohn Sprüngli am Paradeplatz in Zürich eine zweite, große Konditorei.
Nach dem Tod des Vaters 1862,  baute der Sohn das Geschäft weiter aus – inmitten einer boomenden Gegend, neben einer Bank, einem Luxushotel und der Börse.
So war bereits 1870 für die  Schokoladen-Herstellung erneut mehr Platz nötig – es ging zurück nach Zürich, in die "Werdmühle". Etwa ein Jahrzehnt später beschäftigte Sprüngli bereits etwa 80 Leute und lieferte seine Schokolade und Pralinen auch in viele europäische Länder, und sogar bis nach Indien.

Rudolf Sprüngli

1892: eine neue Ära im Familien-Business

Als sich Rudolf Sprüngli 1892 vom Berufsleben zurückzog, teilte er sein Unternehmen unter seinen  beiden Söhnen auf. Der jüngere David Robert erhielt die beiden Confiserien, von denen die größere am Paradeplatz prächtig gedieh. Sie wurden unter ihm und seinen Nachfolgern, die alle aus der Familie stammten, zu einem weltweit angesehenen und bekannten Betrieb.

 

1898: Grundstein der Chocoladefabrik in Kilchberg – Chocolat Sprüngli AG

Der ältere der Brüder, Johann Rudolf Sprüngli-Schifferli, erhielt die Chocoladefabrik. Der weitsichtige und risikofreudige Unternehmer vergrößerte zunächst die Fabrikanlagen in der Werdmühle und brachte sie auf den neusten Stand der Technik.



Der Standort liess jedoch keinen weiteren Ausbau zu; die Stadt Zürich expandierte in dieser Zeit ebenfalls stark, und die Stadtbehörden planten Neubauten auf dem Werdmühle-Gelände. So begann Sprüngli im Jahr 1898 auf einem Gelände, in Kilchberg am Zürichsee, den Bau einer ganz neuen Fabrik, die 1899 in Betrieb genommen wurde.

Um die Finanzierung dieses Grossprojekts sicherzustellen, wurde die Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft namens "Chocolat Sprüngli AG" umgewandelt. Und seither hat das Unternehmen diesen Standort am linken Zürichseeufer nie mehr verlassen.



1899: Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG

Im gleichen Jahr kaufte die "Chocolat Sprüngli AG" die Chocolademanufaktur sowie das exklusive Fabrikationsgeheimnis und die berühmte Marke von Rodolphe Lindt in Bern, der 1879 das Conchieren entwickelt hatte - das Verfahren, mit dem er Chocolade herstellte, die in Aroma und Schmelz allen anderen ihrer Zeit hoch überlegen war. Seine fein schmelzende Chocolade, die er „chocolat fondant“ genannt hatte, wurde rasch berühmt und trug wesentlich zum weltweiten Ruf der Schweizer Schokolade bei.

Rodolphe Lindt



Die Firma hiess fortan "Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG", und produzierte die neuartige Chocolade sowohl in Bern als auch in Kilchberg. Die beiden Partner Lindt und Sprüngli führten die Geschäfte in Kooperation. Erfolgreich – aber wohl nicht immer einfach. 

 

Klicken Sie hier, um die Erfolgsgeschichte weiterzulesen

Deutsch